Folgendes groß oder klein: Ein umfassender Leitfaden zur Groß- und Kleinschreibung um das Wort Folgendes

Die Frage, ob man Folgendes groß oder klein schreibt, begleitet Deutschschreiberinnen und Deutschschreiber immer wieder. Ob im Fließtext, in Aufzählungen oder in wissenschaftlichen Arbeiten – die richtige Groß- und Kleinschreibung macht den Unterschied zwischen klarer Verständlichkeit und stilistischer Ungenauigkeit. In diesem Leitfaden untersuchen wir die Feinheiten rund um das Wort folgendermaßen: das Folgende versus folgendes Beispiel, sowie verwandte Begriffe wie Nachstehendes oder Anstehendes. Dazu geben wir praxisnahe Regeln, zahlreiche Beispiele und einfache Checklisten, damit Schreiben leichter fällt – sowohl im Alltag als auch in professionellen Texten.
Grundlagen der Groß- und Kleinschreibung im Deutschen
Deutsch unterscheidet zwischen Substantivierung und adjektivischer Verwendung. Sobald ein Wort zu einem Substantiv wird – oft durch Substantivierung –, erhält es einen Großbuchstaben. Gleichsam bleibt ein Wort klein, wenn es als Adjektiv oder Determinativ vor einem Hauptwort steht. Das gilt auch für das Wort folgendes.
Im täglichen Sprachgebrauch begegnen wir zwei Hauptformen:
- das Folgende (Substantivierung): hier bedeutet das Wort „das Folgende“ so viel wie „das, was als Nächstes kommt“ oder „die nachfolgenden Inhalte“ – capitalisiert als Substantiv. Beispiel: „Das Folgende erläutert die Regeln.“
- folgendes (attribuativ): hier steht folgendes vor einem Nomen und bleibt kleingeschrieben, z. B. „folgendes Beispiel“ oder „folgende Punkte“. Es fungiert als Determinativ bzw. Adjektiv und erhält in Zusammensetzungen keine Großschreibung.
Außerdem präzisieren Stil- und Rechtschreibregelwerke, dass der Satzwert und der Kontext darüber entscheiden, ob eine Groß- oder Kleinschreibung sinnvoll ist. Die Unterscheidung mag klein erscheinen, ist aber entscheidend für die Verständlichkeit und die formale Korrektheit eines Textes – besonders in journalistischen, wissenschaftlichen oder rechtlichen Texten, wo Präzision zählt.
Das Folgende vs. folgendes: Wann capitalisieren, wann kleinschreiben?
Das Folgende (Substantivierung)
Wenn folgendes als eigenständiges Substantiv genutzt wird, schreibt man es groß: das Folgende. Typische Wendungen sind:
- „Das Folgende gilt für alle Teilnehmenden.“
- „Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung.“
- „Das Folgende erklärt die Vorgehensweise.“
Beispiele zeigen, dass hier eine feste Nomenbildung vorliegt: das Substantiv „Folgende(n)“ bezeichnet etwas, das folgt bzw. dem Diskurs als nächster Punkt zugeordnet wird. In dieser Form fungiert es als Eigennamen- oder Sachbegriff im Satz und erhält daher Großschreibung.
folgendes (attributiv vor Nomen)
Wird folgendes als Adjektiv oder determiniertes Wort direkt vor einem Nomen verwendet, bleibt es kleingeschrieben:
- „folgendes Beispiel“
- „folgende Punkte“
- „folgendes Vorgehen“
Diese Kleinschreibung gilt unabhängig davon, ob der Satz am Anfang steht oder nicht. Der Grund liegt in der Funktion als determiniertes Adjektiv bzw. Pronomen, das das folgende Objekt näher bestimmt. Die Form folgendes ist hierbei eine schwache Form des Adjektivs, die sich an das nachfolgende Nomen anpasst (mit der richtigen Endung: -es bei neutrum Sing./unbestimmte Form).
Beispiele aus der Praxis
Viele Autorinnen und Autoren verwenden beide Formen je nach Kontext:
- „Im Folgenden finden Sie weitere Informationen.“
- „Nachstehendes Beispiel illustriert den Sachverhalt.“
- „Folgendes muss beachtet werden.“
- „Das Nachstehende listet die Anforderungen auf.“
Bemerkung: Das Wort Nachstehendes ist ein weiteres Substantiv, das eine ähnliche Funktion wie das Folgende hat. Es wird großgeschrieben, wenn es substantivisch verwendet wird, und kann in anderen Kontexten als Substantivenderung auftreten.
Spezialfälle und häufige Stolpersteine
Nach Doppelpunkt und Aufzählungen
Nach einem Doppelpunkt folgen häufig Listen oder Erklärungen. Die Frage, ob das Folgende groß- oder kleingeschrieben wird, hängt hier davon ab, ob der folgende Abschnitt als Substantiv fungiert oder ob es sich lediglich um eine adjectivische Bestimmung handelt:
- „Es gibt zwei Fälle: das Folgende muss beachtet werden.“
- „Es gibt zwei Fälle: folgendes Muster wird verwendet.“
In der Praxis gilt: Wenn der darauffolgende Teil als eigenständiger Satzbestandteil verstanden wird, der eine „das Folgende“ bezeichnet, wird großgeschrieben. Wenn es sich lediglich um eine Beschreibung des unmittelbar Folgenden handelt, bleibt es kleingeschrieben.
Aufbau und Stil: Satzanfänge, Titel, Überschriften
Am Satzanfang gilt die Grundregel: Erstes Wort wird großgeschrieben. Daher beginnt der Satz mit Folgendes groß, auch wenn der restliche Satz das Kleinschreibprinzip für folgendes etabliert. In Überschriften wirken oft stilistische Entscheidungen – viele Stilrichtlinien bevorzugen hier häufig Großschreibung bei substantivierter Form (also Folgendes), während vorangestellte Adjektive in Überschriften ebenfalls groß oder kleingeschrieben werden können, je nach gewähltem Stil.
Synonyme und verwandte Formen zur Verdeutlichung des Themas
Um das Verständnis zu vertiefen und semantische Vielfalt zu demonstrieren, lohnt es sich, verwandte Begriffe heranzuziehen. Folgendes kann als Ausgangspunkt dienen, doch es gibt passende Alternativen, die je nach Kontext sinnvoll sind:
- das Nachstehende (Substantivierung)
- das Folgende bzw. Nachstehendes
- anstehendes oder folgendes (als Adjektiv vor Nomen)
- das Folgendes bzw. Folgendes (when used in progressive or enumerative contexts)
- im Folgenden (als feststehende Wendung, die auf den weiteren Text verweist)
Durch den Wechsel der Form lässt sich stilistisch auflockern, ohne die Rechtschreibung zu riskieren. Die Wahl hängt vom Satzfluss, der Zielgruppe und dem formalen Anspruch ab. Besonders in längeren Texten bietet eine bewusste Variation die Möglichkeit, Redundanzen zu vermeiden und Klarheit zu fördern.
Praktische Tipps für das Schreiben
1) Klare Entscheidung pro oder kontra Substantivierung treffen
Bevor man eine Textpassage schreibt, sollte man entscheiden, ob folgendes als determiniertes Adjektiv vor einem Nomen dient oder ob es als eigenständiges Substantiv fungiert. Diese Entscheidung beeinflusst die Groß- bzw. Kleinschreibung maßgeblich.
2) Einheitlichkeit wahren
Wählen Sie eine Schreibweise in einem Text und bleiben Sie dabei. Inkonsistenzen irritieren Leserinnen und Leser und wirken unprofessionell. Wenn Sie sich für folgendes als Adjektiv entscheiden, verwenden Sie diese Form konsequent in allen entsprechenden Phrasen. Falls Sie das Substantiv nutzen, greifen Sie konsequent auf das Folgende zurück.
3) Stil- und Zielgruppenspezifika beachten
Journalistische Texte folgen oft strengen Stilvorgaben, während akademische Arbeiten exaktere Formulierungen bevorzugen. In manchen Kontexten ist die Substantivierung eher zu bevorzugen, um die Inhalte als eigenständige Punkte zu kennzeichnen. In erzählerischen Texten kann die kleingeschriebene Form harmonischer in den Fluss integriert werden.
4) Checkliste vor dem Veröffentlichen
- Ist die Großschreibung bei einer Substantivierung sinnvoll? → Ja: Das Folgende
- Wird folgendes korrekt vor einem Nomen als Attribut verwendet? → Ja: folgenes Beispiel?
- Wurde der Satzbeginn beachtet? → Erstes Wort immer groß
- Gibt es inkonsistente Verwendungen in der gleichen Passage? → Korrigieren
Häufige Fehlerquellen und Missverständnisse
Die meisten Missverständnisse entstehen durch die Vermischung von Substantivierung und adjektivischer Nutzung. Typische Stolpersteine sind:
- „das Folgende“ vs. „das folgende“ in derselben Passage – Konsistenz prüfen
- Verwechslung von folgendes als Adjektiv mit folgendes als Substantiv
- Untereinander abweichende Schreibweisen in Überschriften versus Fließtext
Eine klare Orientierung am Duden bzw. der amtlichen Rechtschreibung empfiehlt sich. In österreichischen Texten gilt in der Regel dieselbe Logik, teils mit stilistischen Variationen, die den regionalen Schreibgewohnheiten entsprechen. Wichtig ist, am gewählten Stil festzuhalten und nicht random zwischen Groß- und Kleinschreibung zu wechseln.
Beispiele aus Alltag, Wissenschaft und Medien
Alltag
„Im Folgenden erläutere ich, wie das System funktioniert.“
„Folgendes Beispiel zeigt, dass die Regel funktioniert.“
Wissenschaft
„Im Folgenden werden die Experimente beschrieben.“
„Das Folgende bezieht sich auf die nachstehende Messreihe.“
Medien
„Im Folgenden berichten wir über neue Entwicklungen.“
„Nachstehendes Diagramm illustriert die Ergebnisse.“
Checkliste für Redaktionen und Schreibende
- Prüfen, ob das Folgende als eigenständiger Begriff gut in den Satz passt.
- Bei adjektivischer Nutzung sicherstellen, dass folgendes klein bleibt.
- Stilistische Einheitlichkeit in Überschriften und Fließtext wahren.
- Nach Doppelpunkt klare Bezugnahme auf die folgende Passage sicherstellen.
- Bei Überschriften: Entscheidung für Substantivierung oder Adjektivform vornehmen und dabei konsistent bleiben.
Was bedeutet das für die Praxis? Eine kurze Zusammenfassung
Die Kernregel lautet: Wenn Sie folgendes vor einem Nomen verwenden, bleibt es kleingeschrieben. Wenn Sie jedoch die Substantivierung verwenden, schreiben Sie das Folgende. In vielen Texten ist eine gemischte Anwendung sinnvoll, um klar zu kennzeichnen, welche Inhalte folgen. Die Wahl beeinflusst nicht nur die Rechtschreibung, sondern auch Lesbarkeit und Stil, weshalb es sinnvoll ist, sich auf eine klare Linie festzulegen.
Fallstudien: Schreibbeispiele Schritt für Schritt
Beispiel 1 – Determinativ vor Nomen
„In diesem Abschnitt wird folgendes Problem erläutert.“
Beispiel 2 – Substantivierung
„Das Folgende fasst die wichtigsten Punkte zusammen.“
Beispiel 3 – Mischformen
„Im Folgenden finden Sie Beispiele. Folgendes zeigt jedoch die Ausnahme.“
Zusammenhang mit stilistischen Leitlinien
Viele Schreibempfehlungen betonen die Bedeutung von Klarheit und Konsistenz. Die Frage folgendes groß oder klein lässt sich in der Praxis oft durch die Beachtung einfacher Regeln lösen: Substantivierung gleich groß, adjektivische Nutzung vor Nomen klein. In Überschriften kann man je nach Stil oft beide Varianten sehen, aber eine konsistente Strategie ist wichtiger als der feine Unterschied einzelner Stellen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet „das Folgende“?
Es bedeutet: Der folgende Inhalt oder die nachfolgend genannten Punkte; es handelt sich um eine Nominalphrase, die als eigenständiges Substantiv verwendet wird.
Wie schreibt man „folgendes“ in einem Satz, der mit „Es ist“ beginnt?
„Es ist folgendes zu beachten.“ In dieser Konstruktion fungiert folgendes als Substantiv? Der Satz klingt stilistisch eher fließend, aber formell sauberer wäre: „Es ist Folgendes zu beachten.“
Gibt es regionale Unterschiede, z. B. in Österreich?
Die Grundregeln der Groß- und Kleinschreibung gelten auch in Österreich. In der Praxis nutzen manche Redaktionen dort eine ähnliche, teils stilistisch abgewandelte Form der Substantivierung. Wichtig ist, in Texten konsistent zu bleiben und sich an die gewünschte Tonalität zu halten.
Fazit
Die Frage folgendes groß oder klein lässt sich mit zwei Kernprinzipien beantworten: Wird das Wort folgendes als eigenständiges Substantiv verwendet, schreibt man das Folgende. Wird es als adjektivisches Attribut vor einem Nomen genutzt, bleibt es kleingeschrieben: folgendes Beispiel, folgende Punkte. In Texten mit mehreren Abschnitten, Listen oder Überschriften ist klare Konsistenz wichtiger als eine einzelne stilistische Nuance. Nutzen Sie gerne die Variationen, um Ihre Aussagen prägnant zu strukturieren, ohne die Lesbarkeit zu beeinträchtigen. Mit diesem Leitfaden bleiben Sie bei der Groß- und Kleinschreibung rund um das Thema Folgendes stabil, verständlich und stilistisch sauber – unabhängig davon, ob Sie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz schreiben.