Was ist ein Dienstzeugnis? Ein Überblick über Begriffe und Bedeutungen
Das Dienstzeugnis gehört zu den wichtigsten schriftlichen Auskünften, die ein Arbeitnehmer am Ende eines Arbeitsverhältnisses erhalten kann. Es ist das schriftliche Zeugnis über das frühere Dienstverhältnis und enthält in der Regel eine Beurteilung der Leistungen, des Verhaltens sowie eine Beschreibung der ausgeübten Tätigkeiten. Unter dem Oberbegriff Dienstzeugnis finden sich oft zwei Formen: Das einfache Dienstzeugnis, das lediglich die Tätigkeiten und die Dauer des Arbeitsverhältnisses auflistet, und das qualifizierte Dienstzeugnis, das zusätzlich eine Leistungs- und Verhaltensbeurteilung enthält. In der Praxis begegnen Arbeitgebern und Arbeitnehmern jedoch häufig der eng verwandten Bezeichnung Arbeitszeugnis. Das Arbeitszeugnis dient in vielen Fällen als umfassende Referenz für zukünftige Bewerbungen.
In Österreich werden die Begriffe Dienstzeugnis und Arbeitszeugnis häufig synonym verwendet, wobei das Wort Dienstzeugnis im öffentlichen Diskurs und in behördlichen Kontexten eine besondere Rolle spielen kann. Wichtig ist: Ein gut formuliertes Dienstzeugnis soll wahr, vollständig und gleichzeitig wohlwollend sein. Das bedeutet, dass Tatsachen korrekt wiedergegeben werden, widerspruchsfreie Formulierungen gewählt werden und der/die ehemalige Arbeitnehmer/in nicht unnötig benachteiligt wird.
Warum ein Dienstzeugnis wichtig ist
- Beleg für die Arbeitserfahrung und das gezeigte Können – Dienstzeugnis als Nachweis gegenüber potenziellen Arbeitgebern.
- Wertvolle Rückmeldungen über Stärken, aber auch über Entwicklungspotenziale, insbesondere im qualifizierten Dienstzeugnis.
- Rechtlicher Anspruch auf ein wohlwollendes, wahrheitsgetreues Zeugnis, das den Beendigungsmodalitäten des Arbeitsverhältnisses Rechnung trägt.
- Verbesserung der Einstiegschancen bei der Bewerbung durch konkrete Beispiele aus der bisherigen Tätigkeit.
Ein gut formuliertes Dienstzeugnis erleichtert den weiteren Karriereweg. Gleichzeitig gibt es dem Arbeitgeber die Möglichkeit, die Zusammenarbeit transparent abzubilden, ohne falsche Erwartungen zu wecken. Der Text des Dienstzeugnisses sollte daher klar strukturiert, nachvollziehbar und frei von Widersprüchen sein.
Arten von Dienstzeugnissen: Einfach vs. Qualifiziert
Grundsätzlich lassen sich zwei Hauptformen unterscheiden. Es gilt sowohl für das Dienstzeugnis als auch für das Arbeitszeugnis:
Einfaches Dienstzeugnis
Beim einfachen Dienstzeugnis wird vor allem der Zeitraum der Beschäftigung, die Position und die Aufgaben beschrieben. Es enthält meist keine Leistungs- oder Verhaltensbeurteilung. Diese Form eignet sich, wenn eine objektive, knappe Auflistung bevorzugt wird oder wenn eine neue Position nicht auf die bisherigen Leistungen schließen lässt. Ein einfaches Dienstzeugnis kann wie folgt aufgebaut sein:
- Personenangaben und Beschäftigungsdauer
- Tätigkeitsbeschreibung und Hauptaufgaben
- Schlussformel, Datum der Ausstellung, Unterschrift
Qualifiziertes Dienstzeugnis
Das qualifizierte Dienstzeugnis enthält zusätzlich eine Beurteilung der Leistungen und des Verhaltens. Es bietet potenziellen neuen Arbeitgebern konkrete Hinweise auf Fähigkeiten, Arbeitsstil und Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen. Typische Elemente sind:
- Detaillierte Tätigkeitsbeschreibung einschließlich Verantwortlichkeiten
- Beurteilung der fachlichen Kompetenz, Zuverlässigkeit, Arbeitsweise
- Beurteilung des Sozialverhaltens, Teamfähigkeit, Kommunikation
- Zusammenfassende Einschätzung und ggf. Empfehlung
- Schlussformel, Datum, Ort, Unterschrift
Formale Anforderungen an das Dienstzeugnis
Unabhängig von der Form – einfaches oder qualifiziertes Dienstzeugnis – gibt es bestimmte formale Grundsätze, die beachtet werden sollten. In der Praxis gilt: Das Dienstzeugnis muss vollständig, wahrheitsgetreu und wohlwollend formuliert sein. Es soll dem Arbeitnehmer eine faire Perspektive eröffnen und gleichzeitig dem Arbeitgeber die Möglichkeit geben, eine nachvollziehbare Bewertung abzugeben. Wichtige Aspekte sind:
- Klare Gliederung: Personendaten, Beschäftigungsdauer, Tätigkeiten, Beurteilung, Schlussformel.
- Eindeutige Sprache: Vermeidung zweideutiger Formulierungen, die unterschiedlich interpretiert werden könnten.
- Wohlwollende Beurteilung: Kritikpunkte sollten sachlich, konstruktiv und mit Beispielen belegt formuliert werden.
- Wahrheit und Vollständigkeit: Alle relevanten Tatsachen müssen genannt werden, ohne zu verschweigen oder erlogene Informationen zu verbreiten.
- Rechtskonforme Struktur: Datum, Ort, Unterschrift, ggf. Firmenstempel, klare Zuordnung der Verantwortlichkeiten.
Besonderheiten wie Formulierungen, die eine negative Wirkung entfalten könnten, sollten vermieden werden. Die Kunst eines guten Dienstzeugnisses besteht darin, Leistung und Verhalten realistisch, aber positiv darzustellen, damit sich der/die Arbeitnehmer/in auch künftig entfalten kann.
Inhalte eines guten Dienstzeugnisses: Strukturierte Leitlinien
Ein gut strukturiertes Dienstzeugnis folgt typischerweise einem roten Faden. Die folgende Gliederung hilft Ihnen, ein aussagekräftiges Dokument zu erstellen – oder zu prüfen.
- Einleitender Absatz: Personalien, Position, Beschäftigungsdauer und Anlass der Ausstellung.
- Tätigkeitsbeschreibung: Klare, präzise Aufzählung der Aufgaben, Projekte, Verantwortlichkeiten und ggf. erreichte Ergebnisse.
- Beurteilung der Leistungen: Fachliche Kompetenz, Arbeitsqualität, Eigeninitiative, Problemlösung sowie Effizienz.
- Sozialverhalten: Zusammenarbeit mit Vorgesetzten, Kollegen, Kunden; Teamverhalten, Kommunikationsfähigkeit.
- Schlussformel: Zusammenfassung, Dank, Bedauern über das Ausscheiden, ggf. Hinweise auf Möglichkeiten zur zukünftigen Zusammenarbeit, Schlussformel, Datum, Ort, Unterschrift.
Im Dienstzeugnis finden sich oft auch konkrete Beispiele, die die Aussagen belegen. Diese Beispiele sollten sachlich formuliert sein und nicht in subjektive Wertungen verfallen. Bekannte Formulierungsbausteine helfen, den Charakter des Dokuments zu bestimmen, ohne missverständliche Kodierungen zu verwenden.
Beispiele für gelungene Formulierungen: Was vermieden werden sollte
Bei der Erstellung eines Dienstzeugnisses ist Vorsicht geboten, wenn es zu negativ oder zu schwach formuliert wird. Folgende Hinweise helfen, typische Stolpersteine zu vermeiden:
- Nicht-wahrheitsgemäße Aussagen vermeiden. Seien Sie konkret, aber fair.
- Übermäßige Selbstlobwürdigkeit vermeiden, stattdessen belegbare Resultate nennen.
- Kodierte Formulierungen (typisch im Arbeitszeugnis versteckte Bewertungen) vermeiden, die später missverstanden werden können.
- Vermeiden Sie persönliche Angriffe oder übermäßige Kritik, auch wenn der Grund des Ausscheidens problematisch war.
Beispiele für neutrale Formulierungen sind: „Er/Sie übernahm eigenständig … und zeigte dabei eine solide Arbeitsweise.“ oder „Im Team zeigte er/sie Zuverlässigkeit und Kooperationsbereitschaft.“ Diese Bausteine helfen, ein glaubwürdiges und belastbares Dienstzeugnis zu erstellen.
Wie man ein Dienstzeugnis beantragt, prüft oder korrigiert
Der Prozess der Beschaffung bzw. Korrektur eines Dienstzeugnisses ist oft ein wichtiger Schritt. Hier einige praktikable Schritte, um sicherzustellen, dass das Zeugnis den Erwartungen entspricht:
- Frühzeitig ansprechen: Bitten Sie den Arbeitgeber um Ausstellung bzw. Korrektur direkt nach dem Kündigungstermin.
- Schriftliche Form vorschreiben: Bitten Sie um eine schriftliche Fassung, die alle relevanten Elemente enthält.
- Klare Fristen setzen: Verlangen Sie eine zeitnahe Ausstellung, idealerweise innerhalb von zwei bis drei Wochen.
- Belege liefern: Falls Leistungs- oder Verhaltensbeurteilungen fehlen oder unklar sind, liefern Sie konkrete Beispiele oder Projektbelege.
- Widerspruchs- und Änderungsrecht nutzen: Falls Formulierungen unklar oder ungerecht erscheinen, fordern Sie eine neutrale Überarbeitung an.
Bei einer Korrektur ist es sinnvoll, zunächst eine freundliche, sachliche Rückmeldung zu geben, in der gewünschte Formulierungen und belegbare Beispiele genannt werden. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Einigung auf ein qualifiziertes, stimmiges Dienstzeugnis.
Mustertexte: Beispiele für einfache und qualifizierte Dienstzeugnisse
Beispiel 1: Einfaches Dienstzeugnis
Das Dienstzeugnis vermittelst einen klaren Überblick über die Beschäftigung. Hier ein Mustertext:
Herr/Frau [Name], geboren am [Geburtsdatum], war vom [Anfangsdatum] bis zum [Enddatum] bei der Firma [Unternehmensname] als [Position] tätig. In dieser Zeit war er/sie hauptsächlich für folgende Aufgaben verantwortlich: [Aufzählung der Aufgaben]. Das Arbeitsverhältnis endet zum [Datum] aufgrund [Beendigungsgrund]. Wir danken Herrn/Frau [Name] für die geleistete Mitarbeit und wünschen ihm/ihr für die Zukunft alles Gute.
Beispiel 2: Qualifiziertes Dienstzeugnis
Das qualifizierte Dienstzeugnis wird mit einer detaillierteren Beurteilung versehen. Mustertext:
Herr/Frau [Name], geboren am [Geburtsdatum], war vom [Anfangsdatum] bis zum [Enddatum] bei [Unternehmensname] als [Position] tätig. Zu seinen/ihren Hauptaufgaben gehörten: [Aufzählung der Aufgaben]. Herr/Frau [Name] zeigte dabei eine überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft, hohes Verantwortungsbewusstsein und eine strukturierte Arbeitsweise. Er/Sie erledigte Aufgaben selbständig, zuverlässig und termingerecht. Besonders hervorzuheben sind seine/ihre Fähigkeiten in [Fachgebiet], seine/ihre analytische Stärke sowie sein/ihr initiative Auftreten bei der Lösung komplexer Aufgaben. Im Team trat er/sie freundlich, kooperativ und hilfsbereit auf. Das Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war durchweg einwandfrei. Das Unternehmen bedauert das Ausscheiden von Herrn/Frau [Name] und bedankt sich für die geleistete Arbeit. Wir wünschen ihm/ihr weiterhin viel Erfolg.
Dienstzeugnis im Bewerbungsprozess richtig nutzen
Beim Bewerben um eine neue Stelle spielt das Dienstzeugnis eine zentrale Rolle. So können Sie das Zeugnis optimal nutzen:
- Wesentliche Passagen hervorheben: In Ihrem Lebenslauf oder Bewerbungsschreiben können Sie zentrale Aussagen aus dem Dienstzeugnis gezielt zitieren, sofern möglich und sinnvoll.
- Bezug zur Stelle herstellen: Zeigen Sie, wie Ihre Erfahrungen, Kompetenzen und Leistungen aus dem Dienstzeugnis konkret zur angestrebten Position passen.
- Original und Kopien beachten: Legen Sie das Original gern bei der Bewerbung bei oder verweisen Sie auf die Verfügbarkeit, wenn ein Arbeitgeber eine Kopie verlangt.
- Beispielhafte Nutzung im Vorstellungsgespräch: Seien Sie in Gesprächen vorbereitet, bestimmte Formulierungen aus dem Zeugnis erläutern zu können.
Häufige Fehler und Stolpersteine beim Dienstzeugnis
Um Missverständnisse zu vermeiden, beachten Sie folgende Punkte:
- Zu kurze oder zu vage Beurteilungen: Vermeiden Sie unkonkrete Phrasen wie „gute Arbeit“ ohne Beispiele.
- Negative Formulierungen, die implizit wirken: Ein harmlose klingende Formulierung kann anders interpretiert werden, prüfen Sie daher Kodierungen.
- Widersprüchlichkeiten zwischen Tätigkeitsbeschreibung und Beurteilung: Stimmen Sie Leistung und Verhalten konsistent mit der Durchführung der Aufgaben ab.
- Fehlende Signatur oder unklare Ansprechpartner: Ohne Unterschrift verliert das Dokument an Rechtskraft.
Spezielle Situationen rund um das Dienstzeugnis
Verschiedene Lebenslagen beeinflussen, wie ein Dienstzeugnis formuliert wird. Beispiele:
- Bei befristeten Anstellungen: Klare Hervorhebung der befristeten Natur der Beschäftigung.
- Bei Abteilungswechseln innerhalb eines Unternehmens: Klare Beschreibung der wechselnden Aufgabenbereiche und Ergebnisse.
- Bei Auslandseinsätzen oder Home-Office-Phasen: Beurteilung der Anpassungsfähigkeit und selbstständigen Arbeitsweise.
Das Ethik- und Diskriminierungsrecht im Kontext des Dienstzeugnisses
Ein Dienstzeugnis sollte frei von Diskriminierung oder unfairen Benachteiligungen sein. Sätze, die aufgrund von Alter, Herkunft, Geschlecht oder Religion stereotypisieren, haben in modernen Arbeitszeugnissen keinen Platz. Arbeitgeber sollten darauf achten, dass Formulierungen fair, sachlich und nachvollziehbar bleiben. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben das Recht, ein Dienstzeugnis zu verlangen, das diesen Grundsätzen entspricht. Falls nötig, kann eine neutrale Prüfung durch eine vertrauliche Stelle erfolgen, um Ungereimtheiten zu klären.
Fazit: Das richtige Dienstzeugnis nutzen, gestalten und verstehen
Ein Dienstzeugnis ist mehr als eine bloße Abschlussbestätigung. Es ist ein wichtiges Instrument auf dem Weg zur nächsten beruflichen Herausforderung. Ein gut gestaltetes Dienstzeugnis, sei es das einfache oder das qualifizierte Dienstzeugnis, vermittelt Transparenz über Tätigkeiten, Kompetenzen und Verhalten. Durch klare Strukturen, sachliche Beurteilungen und wohlwollende Formulierungen erhöhen Sie Ihre Chancen, neue Türen zu öffnen. Gleichzeitig sollten Arbeitgeber darauf achten, dem Arbeitnehmer eine faire und nachvollziehbare Referenz zu geben. Mit dem richtigen Blick auf Inhalte, Formulierungen und den richtigen Schritten bei Ausstellung oder Anpassung wird das Dienstzeugnis zu einer wertvollen Brücke in die nächste Karrierestufe.

Was ist ein Dienstzeugnis? Ein Überblick über Begriffe und Bedeutungen
Das Dienstzeugnis gehört zu den wichtigsten schriftlichen Auskünften, die ein Arbeitnehmer am Ende eines Arbeitsverhältnisses erhalten kann. Es ist das schriftliche Zeugnis über das frühere Dienstverhältnis und enthält in der Regel eine Beurteilung der Leistungen, des Verhaltens sowie eine Beschreibung der ausgeübten Tätigkeiten. Unter dem Oberbegriff Dienstzeugnis finden sich oft zwei Formen: Das einfache Dienstzeugnis, das lediglich die Tätigkeiten und die Dauer des Arbeitsverhältnisses auflistet, und das qualifizierte Dienstzeugnis, das zusätzlich eine Leistungs- und Verhaltensbeurteilung enthält. In der Praxis begegnen Arbeitgebern und Arbeitnehmern jedoch häufig der eng verwandten Bezeichnung Arbeitszeugnis. Das Arbeitszeugnis dient in vielen Fällen als umfassende Referenz für zukünftige Bewerbungen.
In Österreich werden die Begriffe Dienstzeugnis und Arbeitszeugnis häufig synonym verwendet, wobei das Wort Dienstzeugnis im öffentlichen Diskurs und in behördlichen Kontexten eine besondere Rolle spielen kann. Wichtig ist: Ein gut formuliertes Dienstzeugnis soll wahr, vollständig und gleichzeitig wohlwollend sein. Das bedeutet, dass Tatsachen korrekt wiedergegeben werden, widerspruchsfreie Formulierungen gewählt werden und der/die ehemalige Arbeitnehmer/in nicht unnötig benachteiligt wird.
Warum ein Dienstzeugnis wichtig ist
- Beleg für die Arbeitserfahrung und das gezeigte Können – Dienstzeugnis als Nachweis gegenüber potenziellen Arbeitgebern.
- Wertvolle Rückmeldungen über Stärken, aber auch über Entwicklungspotenziale, insbesondere im qualifizierten Dienstzeugnis.
- Rechtlicher Anspruch auf ein wohlwollendes, wahrheitsgetreues Zeugnis, das den Beendigungsmodalitäten des Arbeitsverhältnisses Rechnung trägt.
- Verbesserung der Einstiegschancen bei der Bewerbung durch konkrete Beispiele aus der bisherigen Tätigkeit.
Ein gut formuliertes Dienstzeugnis erleichtert den weiteren Karriereweg. Gleichzeitig gibt es dem Arbeitgeber die Möglichkeit, die Zusammenarbeit transparent abzubilden, ohne falsche Erwartungen zu wecken. Der Text des Dienstzeugnisses sollte daher klar strukturiert, nachvollziehbar und frei von Widersprüchen sein.
Arten von Dienstzeugnissen: Einfach vs. Qualifiziert
Grundsätzlich lassen sich zwei Hauptformen unterscheiden. Es gilt sowohl für das Dienstzeugnis als auch für das Arbeitszeugnis:
Einfaches Dienstzeugnis
Beim einfachen Dienstzeugnis wird vor allem der Zeitraum der Beschäftigung, die Position und die Aufgaben beschrieben. Es enthält meist keine Leistungs- oder Verhaltensbeurteilung. Diese Form eignet sich, wenn eine objektive, knappe Auflistung bevorzugt wird oder wenn eine neue Position nicht auf die bisherigen Leistungen schließen lässt. Ein einfaches Dienstzeugnis kann wie folgt aufgebaut sein:
- Personenangaben und Beschäftigungsdauer
- Tätigkeitsbeschreibung und Hauptaufgaben
- Schlussformel, Datum der Ausstellung, Unterschrift
Qualifiziertes Dienstzeugnis
Das qualifizierte Dienstzeugnis enthält zusätzlich eine Beurteilung der Leistungen und des Verhaltens. Es bietet potenziellen neuen Arbeitgebern konkrete Hinweise auf Fähigkeiten, Arbeitsstil und Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen. Typische Elemente sind:
- Detaillierte Tätigkeitsbeschreibung einschließlich Verantwortlichkeiten
- Beurteilung der fachlichen Kompetenz, Zuverlässigkeit, Arbeitsweise
- Beurteilung des Sozialverhaltens, Teamfähigkeit, Kommunikation
- Zusammenfassende Einschätzung und ggf. Empfehlung
- Schlussformel, Datum, Ort, Unterschrift
Formale Anforderungen an das Dienstzeugnis
Unabhängig von der Form – einfaches oder qualifiziertes Dienstzeugnis – gibt es bestimmte formale Grundsätze, die beachtet werden sollten. In der Praxis gilt: Das Dienstzeugnis muss vollständig, wahrheitsgetreu und wohlwollend formuliert sein. Es soll dem Arbeitnehmer eine faire Perspektive eröffnen und gleichzeitig dem Arbeitgeber die Möglichkeit geben, eine nachvollziehbare Bewertung abzugeben. Wichtige Aspekte sind:
- Klare Gliederung: Personendaten, Beschäftigungsdauer, Tätigkeiten, Beurteilung, Schlussformel.
- Eindeutige Sprache: Vermeidung zweideutiger Formulierungen, die unterschiedlich interpretiert werden könnten.
- Wohlwollende Beurteilung: Kritikpunkte sollten sachlich, konstruktiv und mit Beispielen belegt formuliert werden.
- Wahrheit und Vollständigkeit: Alle relevanten Tatsachen müssen genannt werden, ohne zu verschweigen oder erlogene Informationen zu verbreiten.
- Rechtskonforme Struktur: Datum, Ort, Unterschrift, ggf. Firmenstempel, klare Zuordnung der Verantwortlichkeiten.
Besonderheiten wie Formulierungen, die eine negative Wirkung entfalten könnten, sollten vermieden werden. Die Kunst eines guten Dienstzeugnisses besteht darin, Leistung und Verhalten realistisch, aber positiv darzustellen, damit sich der/die Arbeitnehmer/in auch künftig entfalten kann.
Inhalte eines guten Dienstzeugnisses: Strukturierte Leitlinien
Ein gut strukturiertes Dienstzeugnis folgt typischerweise einem roten Faden. Die folgende Gliederung hilft Ihnen, ein aussagekräftiges Dokument zu erstellen – oder zu prüfen.
- Einleitender Absatz: Personalien, Position, Beschäftigungsdauer und Anlass der Ausstellung.
- Tätigkeitsbeschreibung: Klare, präzise Aufzählung der Aufgaben, Projekte, Verantwortlichkeiten und ggf. erreichte Ergebnisse.
- Beurteilung der Leistungen: Fachliche Kompetenz, Arbeitsqualität, Eigeninitiative, Problemlösung sowie Effizienz.
- Sozialverhalten: Zusammenarbeit mit Vorgesetzten, Kollegen, Kunden; Teamverhalten, Kommunikationsfähigkeit.
- Schlussformel: Zusammenfassung, Dank, Bedauern über das Ausscheiden, ggf. Hinweise auf Möglichkeiten zur zukünftigen Zusammenarbeit, Schlussformel, Datum, Ort, Unterschrift.
Im Dienstzeugnis finden sich oft auch konkrete Beispiele, die die Aussagen belegen. Diese Beispiele sollten sachlich formuliert sein und nicht in subjektive Wertungen verfallen. Bekannte Formulierungsbausteine helfen, den Charakter des Dokuments zu bestimmen, ohne missverständliche Kodierungen zu verwenden.
Beispiele für gelungene Formulierungen: Was vermieden werden sollte
Bei der Erstellung eines Dienstzeugnisses ist Vorsicht geboten, wenn es zu negativ oder zu schwach formuliert wird. Folgende Hinweise helfen, typische Stolpersteine zu vermeiden:
- Nicht-wahrheitsgemäße Aussagen vermeiden. Seien Sie konkret, aber fair.
- Übermäßige Selbstlobwürdigkeit vermeiden, stattdessen belegbare Resultate nennen.
- Kodierte Formulierungen (typisch im Arbeitszeugnis versteckte Bewertungen) vermeiden, die später missverstanden werden können.
- Vermeiden Sie persönliche Angriffe oder übermäßige Kritik, auch wenn der Grund des Ausscheidens problematisch war.
Beispiele für neutrale Formulierungen sind: „Er/Sie übernahm eigenständig … und zeigte dabei eine solide Arbeitsweise.“ oder „Im Team zeigte er/sie Zuverlässigkeit und Kooperationsbereitschaft.“ Diese Bausteine helfen, ein glaubwürdiges und belastbares Dienstzeugnis zu erstellen.
Wie man ein Dienstzeugnis beantragt, prüft oder korrigiert
Der Prozess der Beschaffung bzw. Korrektur eines Dienstzeugnisses ist oft ein wichtiger Schritt. Hier einige praktikable Schritte, um sicherzustellen, dass das Zeugnis den Erwartungen entspricht:
- Frühzeitig ansprechen: Bitten Sie den Arbeitgeber um Ausstellung bzw. Korrektur direkt nach dem Kündigungstermin.
- Schriftliche Form vorschreiben: Bitten Sie um eine schriftliche Fassung, die alle relevanten Elemente enthält.
- Klare Fristen setzen: Verlangen Sie eine zeitnahe Ausstellung, idealerweise innerhalb von zwei bis drei Wochen.
- Belege liefern: Falls Leistungs- oder Verhaltensbeurteilungen fehlen oder unklar sind, liefern Sie konkrete Beispiele oder Projektbelege.
- Widerspruchs- und Änderungsrecht nutzen: Falls Formulierungen unklar oder ungerecht erscheinen, fordern Sie eine neutrale Überarbeitung an.
Bei einer Korrektur ist es sinnvoll, zunächst eine freundliche, sachliche Rückmeldung zu geben, in der gewünschte Formulierungen und belegbare Beispiele genannt werden. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Einigung auf ein qualifiziertes, stimmiges Dienstzeugnis.
Mustertexte: Beispiele für einfache und qualifizierte Dienstzeugnisse
Beispiel 1: Einfaches Dienstzeugnis
Das Dienstzeugnis vermittelst einen klaren Überblick über die Beschäftigung. Hier ein Mustertext:
Herr/Frau [Name], geboren am [Geburtsdatum], war vom [Anfangsdatum] bis zum [Enddatum] bei der Firma [Unternehmensname] als [Position] tätig. In dieser Zeit war er/sie hauptsächlich für folgende Aufgaben verantwortlich: [Aufzählung der Aufgaben]. Das Arbeitsverhältnis endet zum [Datum] aufgrund [Beendigungsgrund]. Wir danken Herrn/Frau [Name] für die geleistete Mitarbeit und wünschen ihm/ihr für die Zukunft alles Gute.
Beispiel 2: Qualifiziertes Dienstzeugnis
Das qualifizierte Dienstzeugnis wird mit einer detaillierteren Beurteilung versehen. Mustertext:
Herr/Frau [Name], geboren am [Geburtsdatum], war vom [Anfangsdatum] bis zum [Enddatum] bei [Unternehmensname] als [Position] tätig. Zu seinen/ihren Hauptaufgaben gehörten: [Aufzählung der Aufgaben]. Herr/Frau [Name] zeigte dabei eine überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft, hohes Verantwortungsbewusstsein und eine strukturierte Arbeitsweise. Er/Sie erledigte Aufgaben selbständig, zuverlässig und termingerecht. Besonders hervorzuheben sind seine/ihre Fähigkeiten in [Fachgebiet], seine/ihre analytische Stärke sowie sein/ihr initiative Auftreten bei der Lösung komplexer Aufgaben. Im Team trat er/sie freundlich, kooperativ und hilfsbereit auf. Das Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war durchweg einwandfrei. Das Unternehmen bedauert das Ausscheiden von Herrn/Frau [Name] und bedankt sich für die geleistete Arbeit. Wir wünschen ihm/ihr weiterhin viel Erfolg.
Dienstzeugnis im Bewerbungsprozess richtig nutzen
Beim Bewerben um eine neue Stelle spielt das Dienstzeugnis eine zentrale Rolle. So können Sie das Zeugnis optimal nutzen:
- Wesentliche Passagen hervorheben: In Ihrem Lebenslauf oder Bewerbungsschreiben können Sie zentrale Aussagen aus dem Dienstzeugnis gezielt zitieren, sofern möglich und sinnvoll.
- Bezug zur Stelle herstellen: Zeigen Sie, wie Ihre Erfahrungen, Kompetenzen und Leistungen aus dem Dienstzeugnis konkret zur angestrebten Position passen.
- Original und Kopien beachten: Legen Sie das Original gern bei der Bewerbung bei oder verweisen Sie auf die Verfügbarkeit, wenn ein Arbeitgeber eine Kopie verlangt.
- Beispielhafte Nutzung im Vorstellungsgespräch: Seien Sie in Gesprächen vorbereitet, bestimmte Formulierungen aus dem Zeugnis erläutern zu können.
Häufige Fehler und Stolpersteine beim Dienstzeugnis
Um Missverständnisse zu vermeiden, beachten Sie folgende Punkte:
- Zu kurze oder zu vage Beurteilungen: Vermeiden Sie unkonkrete Phrasen wie „gute Arbeit“ ohne Beispiele.
- Negative Formulierungen, die implizit wirken: Ein harmlose klingende Formulierung kann anders interpretiert werden, prüfen Sie daher Kodierungen.
- Widersprüchlichkeiten zwischen Tätigkeitsbeschreibung und Beurteilung: Stimmen Sie Leistung und Verhalten konsistent mit der Durchführung der Aufgaben ab.
- Fehlende Signatur oder unklare Ansprechpartner: Ohne Unterschrift verliert das Dokument an Rechtskraft.
Spezielle Situationen rund um das Dienstzeugnis
Verschiedene Lebenslagen beeinflussen, wie ein Dienstzeugnis formuliert wird. Beispiele:
- Bei befristeten Anstellungen: Klare Hervorhebung der befristeten Natur der Beschäftigung.
- Bei Abteilungswechseln innerhalb eines Unternehmens: Klare Beschreibung der wechselnden Aufgabenbereiche und Ergebnisse.
- Bei Auslandseinsätzen oder Home-Office-Phasen: Beurteilung der Anpassungsfähigkeit und selbstständigen Arbeitsweise.
Das Ethik- und Diskriminierungsrecht im Kontext des Dienstzeugnisses
Ein Dienstzeugnis sollte frei von Diskriminierung oder unfairen Benachteiligungen sein. Sätze, die aufgrund von Alter, Herkunft, Geschlecht oder Religion stereotypisieren, haben in modernen Arbeitszeugnissen keinen Platz. Arbeitgeber sollten darauf achten, dass Formulierungen fair, sachlich und nachvollziehbar bleiben. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben das Recht, ein Dienstzeugnis zu verlangen, das diesen Grundsätzen entspricht. Falls nötig, kann eine neutrale Prüfung durch eine vertrauliche Stelle erfolgen, um Ungereimtheiten zu klären.
Fazit: Das richtige Dienstzeugnis nutzen, gestalten und verstehen
Ein Dienstzeugnis ist mehr als eine bloße Abschlussbestätigung. Es ist ein wichtiges Instrument auf dem Weg zur nächsten beruflichen Herausforderung. Ein gut gestaltetes Dienstzeugnis, sei es das einfache oder das qualifizierte Dienstzeugnis, vermittelt Transparenz über Tätigkeiten, Kompetenzen und Verhalten. Durch klare Strukturen, sachliche Beurteilungen und wohlwollende Formulierungen erhöhen Sie Ihre Chancen, neue Türen zu öffnen. Gleichzeitig sollten Arbeitgeber darauf achten, dem Arbeitnehmer eine faire und nachvollziehbare Referenz zu geben. Mit dem richtigen Blick auf Inhalte, Formulierungen und den richtigen Schritten bei Ausstellung oder Anpassung wird das Dienstzeugnis zu einer wertvollen Brücke in die nächste Karrierestufe.